Klartext versus Wirrtext

Eine Birke im Moor verdunstet an einem Sommertag 300 Liter Wasser. Lese ich in einem Buch über das Moor.
Man kann den ganzen Tag was lesen und was dazulernen. Blöd ist, wenn es einen gar nicht recht interessiert was man da liest und dazulernt. Irgendwo zerkleinert jemand, für den einfachereren Konsum wohl, einen vertrockneten Haschbaum. Es riecht durch die Wände und ich bekomme Halskratzen und fühle mich leicht benebelt. Adelheid Duvanel schreibt: Ich lächelte wie eine Blume und verduftete. Sie schreibt die besten Sätze der Welt. Unbezahlbare Sätze. Sie ist eine Weise gewesen. Meinte aber auch, dass ein Künstler immer im Schrecken steckenbleiben muss, und ein Künstler nur ein Künstler sei, wenn er niemals Klartext rede. Übhaupt mag sie Klartext nicht. Das versteh ich, ich find Klartext auch meist zu einseitig, und doch ist Wirrtext auch nicht immer nur beglückend. Dann schrieb sie an ihren Oberarzt, dass ihre Aggressionen endlich wieder da seien. Anscheinend waren sie kurz weg gewesen und sie fühlte sich ohne diese nur noch als ein halber Mensch. Ich kenne das. Mit das Wichtigste sind wohl Wutgefühle im Leben. Leben ohne Wut ist nicht möglich, nicht mal in einem Pilcherfilm. Wenn man sich liebt – kann man sich streiten, ohne, dass man danach in eine Grube verschwinden muss und das ist ein Idealzustand. Frau Duvanel schreibt dann, dass sich ein Stein von ihrer Seele gewälzt habe. Sie kam aus der Schweiz. Ein schönes Bild — Bei uns fällt der Stein vom Herzen.