Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Lebendig

Juni 12, 2026

Ich bin durch einen Wald gestapft in dem man keine Spur menschlichen Daseins ahnte. Nach dem Regen war zudem alles in einem matschigen Zustand. Ich ließ alles hinter mir und war selig. Es ist so einfach, sich aus dem Staub zu machen, wenn man ein fröhliches Gemüt besitzt. In Bielefeld, wo man immerzu meint es gäbe keine Interessantheiten, sind die Rollläden der Hausbesitzer selbst dann runtergelassen, wenn sie hinausschauen wollen. Man ist lieber unsichtbar und allein als in seiner Einöde zu sehen. Ich habe dann alles durcheinander und übereinander angezogen, weil es nicht wie gedacht sommerlich warm, sonder kühl war. Blumenhose, Streifenmütze, Pünktchenhalstuch. Ob ich aussehe wie vom Altkleidersack bestückt? Frag ich. Nein, wie Pippi Langstrumpf, seine Antwort dann. Oh, Danke für das Kompliment, nichts Schöneres wäre denkbar. Ich bin drei Tage doppelt verliebt allein wegen dieses Vergleichs. Der Vater befasst sich dann auch nur noch mit Zuspruch und verteilt zudem Komplimente. Mit 80 hat er es endlich raus, wie man sich Freundinnen macht. Er sagt dann einer Frau, dass sie ein süsses Lächeln habe und unverwechselbar sei. Wäre ich nicht die geworden, die ich inzwischen bin – eine Toleranzbombe, wäre ich in Alarmbereitschaft und dächte an den Notruf 110. Doch bin ich ja seit Neustem glücklich wie ein Rindvieh. Dem Vater gehts ähnlich, das macht die Tendenz das Leben zu leben, das man will. Und das dichten. Insofern bin ich nun eine Weide und lass meine Arme hängen und schleife sie über all das Lebendige. Dass ich eventuell an einer Katzenallergie leide ist nicht zu glauben. Es sind ja nicht die Haare, sondern die Häute. Eine Nacktkatze wäre also keine Lösung.