Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Fell

März 1, 2026

Wärend sich die Tiere, in einem Schleier vollkommen verheddert, mit Einsatz von Krallen und Gebiss, liebkosen, sitze ich da und denke über alles nach. Vor mir liegt die Cd-Box von Homers Ilias und direkt daneben die Cassetten-Box vom Flüsternden Berg. Der kleine Kater, dem heute wegen Ungestümitäten die Milch übers Hirn floss, schmiegt seinen Kopf an den Schuber der Bernhard-Ausgabe. Es macht ein schönes schabendes Geräusch als seine verklebten Kopfhaare den Schuber bewegen. Der Mitbewohner hat Augenringe wie ein Waschbär. Er hat wohl Mangel. Er ernährt sich gern mit Fertigessen, das sieht man ihm an. Ich lege unauffällig geschälte Möhren in seine Nähe. Er greift sich eine und isst diese. Ich atme auf. Beim Sitzen in einer Runde ist dann klar, dass man sich niemals einigen könnte, wenn man in einem Parlament zusammen sässe. Es würde Krieg geben. Es war dann wohl die letzte Runde. Frauen machen keinen Krieg. Das ist natürlich Quatsch, sie machen Krieg wie alle Menschen Krieg machen. Die Bedienung beim Indischen Imbiss lächelt unglaublich herzlich in alle Gesichter hinein. Allein wegen ihr werde ich nun nur noch zu diesem Imbiss gehen. Sie wird mal eine Frau werden, die die Welten erobern wird. Auf welche Weise ist noch offen. Sie ist jung. Ich kaufe einen grünen Filzstift und male in den vorwiegend rot und beige gemustertern Teppich grüne Felder hinein. Morton Feldman hätte schön komponiert dazu. Ich bin skrupellos. Und hoffe weiterhin auf dickes Fell.