Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Ich bin nicht belesen aber Bücher sind mir nicht fremd gewesen

Juni 4, 2026

Ich stelle mein Buch, das ich selbst einst schrieb, bzw die Texten zusammenstellte, und es in einem Verlag herausbrachte, damit alles endlich gelesen würde, in der Bibliothek, wo es ein trauriges Dasein zwischen Ahne und Sibylle Berg führt (wer greift da zu Alfred, wenn solche Größen gleich nebenan winken) einfach in eine der leeren Kunststoff-Aufsteller für die Literatur-Nobelpreise. Das mach ich seit Jahren und immer wenn ich wenige Stunden später vom Computer zuhause im Bibliotheks-Katalog nachsehe, ist meine SEHNSUCHT ausgeliehen. Es funktioniert also glänzend. Natürlich frage ich mich immer wieder, ob dem Lesenden auffallen wird, dass die Autorin Bettie I. Alfred keineswegs eine Literaturnobelpreisträgerin, sondern lediglich eine subversive Randerscheinung ist. Sicher nicht, die Texte haben ja nunmal eine umwerfende Qualität, welche genau spielt dabei keine Rolle. Mein Leben hat im Alter derart an Fahrt aufgenommen, dass ich mich nun alles getraue. Die Cousine, die ich bei der Beerdigung des Selbstmörders traf, erzählt mir, dass ich als Kind, wenn ich die Ferien bei ihr auf dem Land in Bayern verbrachte, immer eine sehr brave Cousine gewesen bin. Einmal wäre sie wild (ja Wildsein fiel ihr keineswegs schwer) auf dem Ehebett der Oma, indem wir zusammen schlafen sollten, ausgelassen herumgehüpft und als sie mich bat mitzumachen, so sie am Grab, hätte ich richtigehend Panik davor gehabt, Panik, dass wir Ärger bekommen könnten, und ich sei also nicht mit herumgesprungen, sondern sei stattdessen angstvoll und unfreiwillig mitwackelnd, am Bettrand gehockt. Überhaupt sei ich eine ziemlich verwöhnte Cousine gewesen, im Gegensatz zu ihr, so sie. Ich hatte dann geschluckt, als ich das Wort „verwöhnt“ vernahm, denn bisher war mir diese Idee nicht gekommen, dachte ja ganz im Gegenteil, ich sei eine vernachlässigte Kreatur gewesen. Beides stimmt wohl nicht. Ich war wohl das normal gehemmte Kind eines Interlektuellen (Oh, mein Gott, ich werde nie lernen wie man dieses Wort schreibt). Und ich kapierte nun, am Grab des Selbstmörders, endlich etwas, was ich nie gedacht hätte, dass es die Wahrheit ist. Wenn man in einem Haushalt mit 8ooo Büchern zusammengelebt hat, muss man diese keineswegs gelesen haben, um das Kind eines Intelektuellen (so richtig?) gewesen zu sein und ein unzumutbarer Zustand, ist das Leben zwischen übervollen Bücherregalen dann auch nicht wirklich gewesen.