Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Gestern war mein Zustand in einem Ausmaß kritisch und hätte durchaus mehr noch kritischer werden können, hätte ich mich nicht wieder durch Hin – und Hergehen beruhigt

August 21, 2026

Gestern war mein Zustand in einem Ausmaß kritisch und hätte durchaus mehr noch kritischer werden können, hätte ich mich nicht wieder durch Hin – und Hergehen beruhigt. Ich fragte neulich den Arzt, ob das Zwicken mit der Sonnenfinsternis zu tun haben könnte. Er schaute mich an wie eine Verrückte und ich hielt schnell den Mund. Für sein Alter sah er nicht unbedingt jünger aus, er war ein erfahrener Doktor, und müsste somit schon einmal davon gehört haben, dass Körpereien auch mit der Situation im All korrespondieren. Die Schriftstellerin fragt, ob ich extra die Verben weglasse. Ja, sag ich, extra! Das fragte schon einmal jemand und ich wundere mich, dass meine Verbensparsamkeit so viel Aufsehen erregt. Die Kunst ist doch frei. Aber man muss oder will sich wohl orientieren. Jemand spricht dann vom ratioiden Menschentyp. Ich erschrecke, weil ich das Wort noch nie gehört habe. Es muss mit der Ratio zu tun haben, denk ich und ahne, warum ich es nicht kenne. Die Schriftstellerin sagt kursiv sei out. Alles was ich mache ist irgendwie out. Ich mag nichts Inniges, sag ich zu mir selbst und habe Schuldgefühle gegenüber den Jungen. Selbst im Fremdwörterbuch, das mir oft Halt gibt, finde ich kein Wort namens ratioid. Es klingt gewalttätig. Überhaupt ist die Endung id nichts, was ich brauche. Vermisse dann die Zeit, wo man Filme schaute und tagelang von ihnen eingenommen war. KES war so ein Film. Einer der besten, die ich je sah, wenn man Eraserhead einmal weg lässt. Ich mag auch Filme, die eigentlich nur Fachmenschen sehen sollen, the structure of crystals. Die Bewerbung beim Döblin-Preis war dann Schuld daran, dass mein Zustand kritisch wurde. Nur für etwa eine Stunde, aber doch war es ein Fauxpas, der nie mehr passieren darf. Ich schickte ein Manuskript in Schriftgröße 11. Das geht so nicht! Dabei haben doch alle Lesebrillen.