Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Gegeneinander sich zu berühren ist sinnlos

Juni 22, 2026

Bei Krasznahorkai (den mir ein Mensch empfahl, der sich mit Welten, die auch mich begeistern, offensichtlich auskennt) lese ich von einem Menschen, der immerzu in zwei entgegengesetzte Welten aufbricht. Dieses Bild verfogt mich dann die Tage, die ich „am Land“ verbringe. Und auch danach. Die Fahrt zurück eine merkwürdige. Oder besser gesagt eine, die nicht gemerkt werden sollte. Glatzköpfige palavern am Nebentisch und lesen ist dann unmöglich. Ich hatte mich so auf fahrend lesen gefreut. Man kommt in gewissem Sinne dabei doppelt voran. Da ich selten Vergnügen an der eigenen Existenz habe, ist es gut sich an andern zu erfreuen. Das tat ich dann auf der fete de la musique. Eine junge Band, nachdem man die Sonnenbrillen abnahm, die Teil der Performance waren, dann noch weitaus jünger als gedacht, umwerfend charmant und begabt (ein schreckliches Wort be-gabt – nicht an sich schrecklich, sondern in seiner eindimensionalen Verwendung oft so dämlich), doch war es offensichtlich, denn sie spielten tatsächlich zusammen und nicht gegeneinander. Das Zusammen – die Lösung bei jeder erfolgreichen Berührung. Gegeneinander sich zu berühren ist sinnlos. Man coverte dann Nirvana (was für ein Bandname – dass es ihn erst da gab, nicht zu fassen) – ich mich dann entsinnend wie die Freundin mit der Schallplatte, die alle dann ausleihen wollten, in mein Kinderzimmer, das sich dann die Jahre deutlich in ein Jugendzimmer verwandelt hatte (Hanni und Nanni kam in den Karton für den Keller, stattdessen las ich verkrampft Böllschen Nachkriegsstoff – die Welt der Nachkriegstristess hatte was, was mir bekannt vorkam) kam und mir entgegen rief „Das musst du hören!“ Ich war begeistert und hörte mir nun einen Wolf am Grunge. Gestern der junge Mann sang es dann auch so schön, im Grunde besser als Curt C., weil ganz ohne Todessehnsucht und „nur“ aus Freude am singen. Die Stimme so schön klar und doch mit einem Kratzen dann: besser gehts nicht. Krasznahorkai zitiert dann Nietzsche. „Leben und ungerecht sein ist Eins“. Das ist es was man vertragen muss.