Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Typisch falsch

Juni 2, 2026

Jemand schreibt, der falsche Platz, sei die Lage des typischen Menschen in typischen Umständen. Es ist faszinierend, dass man irgendwo hineingeboren wird und sich dann entscheiden muss, ob man das Gegebene hinnimmt, oder sich aus dem Staub macht. Mein Staub ist ein Staub, den ich lieben gelernt habe mit der Zeit. Er bringt mich zwar zeitweise noch zum Husten, doch lieber sitze ich erschüttert im Nest, als still im staubarmen, wo ich zwar gut atmen, aber nicht mehr denken kann, weil mir etwas fehlt. Die Staubschicht. An einem Wolkentag kritisiere ich den Vater in Grund und Boden. Er sei immerzu lustig und scheue die Ernsthaftigkeit. Das stimmt nicht, sagt er. Es stimmt dann kleinst-teilweise und ich muss dann bekennen, dass ich mich für gewisse Dinge gern taub stelle. Das ist normal. Vater und Tochter, die sich sehr gern haben, müssen streiten, sonst wird es zu Kitsch. Er findet dann ein rosa Katzenhaus und trägt es kilometerweit zu sich nach hause. Für deine Katze! sagt er (und das, wo er eine Phobie gegen dieses Getier hat). Ich bin umgehend versöhnt mit allem, was je in Schieflage war. Kommt „versöhnen“ eigentlich von „Sohn“? Sicherlich. Also ist es das falsche Wort. Die Bücher der Verstorbenen verstummen langsam. Niemand kann sie ja eigentlich verstehen. Nur sehr wenige sind auch verständlich, denn es sind alles Bücher, die ein jahrzehntelanges Studieren erfordern und zudem ein Interesse am Detail voraussetzen, das wir alle nicht haben. Unter 8000 Büchern entdeckte ich als Jugendliche in den Sommerferien, allein in der Bibliothek der Verstorbenen zurückgelassen, genau eins, das mich interessiert hätte: Der Sinn des Lebens. Ich schaffte e snicht es herauszuziehen. In meinem Hirn war dann eine Leerstelle, es war die, die für Genauigkeiten zuständig ist. Ich bin sehr genau in Ungenauigkeiten. Dafür ungemein ungenau in Genauigkeiten.