Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Blumen für die Toten

Juli 12, 2026

Auf dem Friedhof ist es immer schön. Man hat seine Ruhe vor allem, nur nicht vorm Tod, der sich ja aber meist zurückhält. Das Grab, das ich anschaue, wird immer schöner. Wild, aber geordnet. Eigentlich bin ich ein Gegner von geordneter Natur, doch das Grab so klein, dass man es bald nicht mehr erkennen könnte, täte es verwildern. Sie wünschte sich eigentlich Rosen. Es stand jedoch bereits anderes auf dem sogenannten Mustergrab, was wir übernehmen konnten. Somit keine Rosen. Doch die Besucher bringen immerzu Rosen, weisse Rosen, wegen der Reinheit. Ein schönes Ritual, dieses „Blumen für die Toten“. Der Vater will Frieden und ist mutig im Fordern seiner Agenda. Er hat den klarsten Kopf der Erde und meldet sich immerwieder zu Wort. Somit erhört man ihn und es entstehen Gespräche. Gespräche gegen das Schweigen sozusagen. Am Ende einer Veranstaltung „gegen den Krieg“ bittet man uns die restlichen Brezeln mitzunehmen. Ich greife zu, denke man kann sie ja einfrieren und aufbacken, wenn es mal kein Brot gibt. Menschen kann man auch einfrieren, aber nicht mehr aufbacken. Wenn ihre Zeit abgelaufen ist, sind sie weg. Aber man kann an sie denken. An die guten Momente, die es mit ihnen gab. Es gibt immer gute Momente. Mit fast allen – wenn man stabil im Abseits bleibt. Und selbst die Häuser, die immerzu in Verzweiflung standen – stehen manchmal noch fester als zuvor. Der Brunnen plätschert. Ein hässlicher plastener Katzenbrunnen. Er klingt schön, gar nicht nach Plastik.