Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Es geht stetig nicht voran

Februar 5, 2026

Jemand sagt er habe ein ungeistiges Verhältnis zu Ereignissen und zur Welt an sich.
Ich überlege was damit gemeint sein könnte. Eine Empfindungslosigkeit allem gegenüber?
Geht so etwas überhaupt? Unbeteiligt durchs All rasen? Aber Empfinden ist ja nicht Geist. Das Wort ungeistig stößt mir dann auf. Ungeistig klingt dann wie unangenehm in meinen Ohrn, oder ungelenkt, unsachlich, unreif, unstättlich usw. Die Vorsilbe un ist mir dann un-angenehm. Zudem erscheint mir alles Mögliche nun un-möglich aber gleichzeitig auch un-abdingbar. Der Vater sagt, als es um mein Alter geht: Du hast ja auch nicht mehr so viel Zeit. Danke Vater, dass dus mir aufs Tablett legtest. Ich brauch für alles zu lange, du hast ja recht. Wobei, für was eigentlich? Ist diese Vorstellung : alles muss möglich sein, nicht einfach nur ein aufgeblasenes Hirngespinst? Ist es letztendlich nicht egal, ob ich noch Zeit habe, oder nicht? Seit Wochen wollen wir nun den Zweitkater aus dem Umland holen. Es ist immerzu ein Wetter, das zum Tod auf der Autobahn einläd. Nun droht ein neuer Interessent und die Angst kommt, dass man ihn, den Kecken, wegschnappt. Alles erscheint mir so tragisch bei diesem Schneewetter. Ich muss die Tragik nun schleunigst wieder einmal dekonstruieren und mich in eine kühle – ungeistige (?) Gelassenheit ergeben. Doch wie, wenn der Vater mit Nasenbluten auf dem Bett liegt und als ich vorlese, dass man sitzen sollte und nicht liegen, diese für Unsinn hält?
Im Schrank meiner Kindheit finde ich eine unfassbar abstoßende alte Draht-Brille mit Nase dran und einem entsetzlich mickrigen Schnurrbart. Man hat dieses „Etwas“ wohl zu Fasching in den Jahren längst bevor es einen gab, getragen. Man könnte nun ein Fass aufmachen. Es teuer verkaufen beispielsweise.