Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Fehlstarts

März 22, 2026

Ich wache auf und hatte von einem Vogel geträumt, der so in seinen Käfig hineingewachsen war, dass er nicht mehr hinaus kommen würde. Der Katzenbrunnen plätschert vor sich hin, und alles erscheint mir wie ein Anfang. So wie die nach einem gutduftenden Kraut riechende Kerze, die man mir als Dank schickte, den Titel Neubeginn trägt, trägt nun mein Leben den Titel: Anfang. Mit einer gewissen Empfindungsarmut, die meine alte schäbige Hysterie ins Abseits schiebt, kann ich nun das tun, was Sinn macht. Die Welt neu ordnen. Ein System entwickeln, das kein Gerüst braucht, weil es in sich schon hält, was es verspricht. Ich beginne einen Dialog, der nicht in den gewohnten Bahnen verläuft. Ich mäandere noch etwas ungelenk durch Fehlstartsituationen, wie sie mir als Kind im Sport Angst gemacht hatten. Ich damals Teil eines Vereins. Ein Leichtathletenverein. Man lernte dort rennen, springen, werfen. Ich konnte nur gut werfen. Gut, weil weit werfen. Hatte ja auch die langen Arme dazu. Laufen tat mir nicht gut, ich hatte keine Luft und somit keine Lust. Als die Startpistole knallte, war ich dann aber längst losgelaufen. FEHLSTART, hiess es dann und nochmal und nochmal: FEHLstart. Das Kind ist zu hastig und muss auf die Tribüne und zusehen, wie die kleinen Flinken ins Ziel fegen. So wie damals, krach ich nun voran. Zu schnell, zu hastig. Und doch bleib ich wacker. Der Vater nach dem Tod der Geliebten auch wacker geblieben und somit gehts weiter. Alles ist nun – ohne sie- faszinierend seltsam. So macht das Leben Sinn. Danke zudem an das Göttliche in der Kunst. Es hat mich getragen, dorthin, wo man alles darf: zu mir. Das Katerchen ist wieder voll da, nun ohne Fell-Kugeln am Hintern.