Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Gott ist immer oben

Juli 21, 2026

Die Wahrheiten des Daseins sind nur für diejenigen Wahrheiten, die meinen, dass es für sie welche sind.
Was mir da wieder mal durch den Kopf schwebt. Und immer wieder auch der Gedanke, dass die Toleranz das A und O ist. Bei einem Treffen mit einer alten Schulfreundin, die ich mit freundlichem sonnigem Gemüt erinnere, ist es dann genauso: sonnig und freundlich nämlich und wir reden und reden und am Ende ist es Abend und ich froh über den lebhaften Austausch über Glück und Unglück im Leben. Das Unglück ist Teil des Ganzen und es ist enorm, was es fabriziert. Aber auch das Glück fabriziert endlos was, sogar in Wiederholungsschleifen, Momente, die tragen – wohin ist egal. Der Vater dann kurz vor seiner Feier, bereits umringt von Damen aller Coleour, der Höhepunkt soll dann ein Pfeifkonzert sein. Er wird es pfeifen! Einen Walzer – der eine Mischung, so er, aus „Hoffmanns Erzählungen“ und … nun hab ich das andere vergessen, sein wird. Zum letzten Mal sah ich jemanden Walzer tanzen, als ich mit Anfang 20 auf einer Silvesterfete äußerst unangenehm davon berührt war – diese Art sich zu Musik zu verhalten – das gehörte doch den Alten, nicht uns Jungen. Inzwischen ist Tanzen im Allgemeinen etwas, das nur noch selten geschieht und wenn doch – habe ich schnell das Gefühl, dass ich dabei irre werde. So ähnlich wie, wenn ich einen Sport betreibe, der mir gut tun soll. Es gibt dann jedesmal einen sogenannten Adrenalinschub, der mich überkandidelt werden lässt. Ich setze mich dann hin und lese – gerade Das Bett von Mosebach und beruhige mich umgehend, aber auf anderem Wege bin ich dann wieder zu sehr da, denn manche Bereiche lassen sich nun einmal nicht beschwichtigen. Mosebach schreibt dann den schönen Satz „Gott ist immer oben“.
Als ich hochgucke sind da wahnsinnig dicke Schäfchenwolken.