Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens. “
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Melodien sind kindisch

Oktober 1, 2026

Der Schlaf ist momentan so gut, dass ich durchaus die Angst vorm Sterben verlieren könnte, wenn er sich weiterhin so fügt. Wie eine Katze, die viel Mäusefleisch gejagt hat, liege ich allnächtens eingerollt da und nichts aber auch gar nichts kann mich aus der Nachtruhe bringen. Es kommt mir so vor, als sei mir endlich alles scheißegal. In der Modernen Musik galt die Melodie eine Zeitlang als regressives Element und man ließ es sein melodiös zu komponieren. So wie ich das innere Beben verlernt habe, haben die Komponisten es bewusst verlernt zu singen. Ich bestelle dann in der AGB eine Compilation mit moderner Musik. Als ich in mein Fach gucke, ist es trotz Benachrichtigung leer, bis auf die massenhaften Bücher (manchmal liegt diesen ein Zettel bei, wo er daraufhingewiesen wird noch mehr in Körben an einem anderen Platz abzuholen) die einer dazuliegen hat, der das selbe Kürzel hat wie ich. Manchmal werde ich versehentlich unter seine Bestellungen gemischt und es ist dann gar nicht so leicht meins herauszufischen, denn auch er hat mein Thema: Leben und Sterben als denkender und fühlender Skeptiker. Musik sehe ich dann nicht und gehe zum Schalter und frage nach der nicht vorgefundenen Compilation. Es ist dann eine Schallplattenbox, die nicht ins Fach passte. Ich bin dann noch mit einem Künstler verabredet und trage sie einen ganzen Tag lang mit mir herum. Es sind drei Schallplatten enthalten und ich kann die Komponisten nach stundenlangem Hören dann nicht auseinanderhalten.Von Bose ist dann abgebildet, selten so einen gutaussehenden Mann gesehen, denk ich und frage mich wie so einer zum Komponieren kommt. Er ist dann bei der Uraufführung seines ersten Werkes erst 24 Jahre alt. Ich kann es nicht fassen, er komponierte schon damals wie ein wahrer Altmensch mit Erfahrungshorizont. Einer heisst dann Müller-Siemens und ich muss lachen, denn mit Vornahmen Detlev und so heisst doch kein Komponist denk ich überheblich. Es steht dann im unhandlichen und aber durchaus würdevoll dunkelrot gestalteten Riesen-Beiheft, dass viereckig wie eine Sachallplattenhülle ist, dass des jungen schönen Mannes Musik gestische Musik sei. Just als ich nachsehen will was damit gemeint ist, kommt der Mitbewohner ins Zimmer, fällt aufs Sofa, und liegt nun da wie steinern – wohl von der schönen Musik magisch verzaubert. Komponist sei der schönste Beruf den er sich vorstellen könne, sagt er erschütternd eindeutig. Was für ihn untypisch ist, da er einen strengen Hang zur Ironie besitzt. Ich nicke. Ich solle mal Hans Werner Henzes Biografie lesen. Ja. Mach ich. Töne sind wirklich herrlich, Melodien nicht mehr so recht, man hat sie satt.