Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Blühender Hibiskus

Februar 25, 2026

Weil ich dabei half eine zerbrochene Steckdose neu in der bröseligen Wand zu arrangieren, bekomme ich prompt einen erheblichen Teil der Thomas Bernhard – Gesamtausgabe von Suhrkamp geschenkt. Als ich damit dem Vater begegne, freut er sich so darüber, als hätte ich die Bücher selbst geschrieben. Ich gebe dann alles aus der Bibliothek zurück und werfe mich in die Verstörung. Es ist gleich sagenhaft alles, denn ich tauche ein in Klarheiten, die ich so sehr an T.B. liebe. Es gibt keine emotionalen Verwirrungen, alles ist eindeutig. Ich schlafe dann auch, wie immer nach der Lektüre von Bernhard eindeutig gut und tief. Wache einmal kurz auf, als das Bett wackelt: das Katerchen plötzlich wohl geschlechtsreif – auf der Katze. Nun muss man handeln, denk ich, seine Fellkugeln abschn … Menschen sind Schweine. Die Katze wurde nach ihrer Kastration übrigens eine andere. Im Sekretär, der meine Unordnung nicht zu eliminieren weiss, entdecke ich eine alte Faltkartensammlung der Insel Capri. Ich fand sie vor Jahrzehnten in einer Mülltonne vor dem Rathaus Schöneberg. Überlege dann welches Land das ist. Ich habe keine Ahnung von der Welt. Wusste lange nicht einmal, dass meine Heimatstadt so nah an anderen Städten, die ich im Jenseits meinte, sich befindet. Einmal wusste ich als Kind dann einen Fluss zu nennen, im Erdkundeunterricht. Die Lehrerin fiel mir fast um den Hals vor Freude, dass ich einmal recht hatte. Es war die Mosel, mit ihrer Schlangenform gewesen. In Capri auf den Bildern liegen die Bikini-Damen in der Sonne am türkisen Meer und der Hibiskus blüht. Dass es so etwas tatsächlich gibt. Ich bin dann trotzdem froh, dass ich es nie erleben werde dort liegen zu müssen. Es sieht schön aus, klar, doch anfassen bzw. spüren, will man das alles nicht. Steine, Stacheln, eiskaltes Meerwasser.