Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Auf dem Weg, weiss Gott wohin

August 5, 2026

Wie immer lese ich, nachdem ich das Buch beim Zugfahren zu Ende gelesen habe, mit weitaus mehr Begeisterung dann noch, das „Hinten im Buch“. Es geht dort um den Inhalt des Buches und man erfährt, wieso es überhaupt geschrieben wurde und wie die Umstände waren, als man es schrieb. „Das Hinten im Buch“ – interessiert mich eigentlich immer, „das Vorne im Buch“ meist auch, nur das Buch selbst … beim Lesen überfallen mich oft Zweifel. Selten ist ein „Mittendrin im Buch“ das, was mich packt, oft dann eben das, was nur am Rande das Eigentliche streift. Manchmal geht es dann „ganz hinten im Buch“ um die Autorin oder den Autor und auch das mag ich dann sehr gerne lesen. Der Vater belästigte mich heute beim Kuchenessen mit Heidegger- und zwar in einem derartigen Maße, dass ich ihn bat mich mit dem in Frieden zu lassen. Er ließ mich und schaute betrübt in seine lauwarme Teebrühe. In Japan unterrichte man Friedenserziehung, sagte er dann. Keine schlechte Idee, denk ich. Auf dem Weg zum DPD-Shop, wo ich das grau-weisse Kleid mit billiger Schleife (das Weiß nur noch cremefarben wegen der Abnutzung, die das Jahrzehnte lange Hängen im Schrank, verursacht hatte) hinbringe, damit es jemand erhält, der sich damit bekleiden will, schlendert mir der bekannte Komiker Helge Schneider vors Rad und ich empfehle ihm vollkommen unpassend, da es gut zu ihm passt, sein blau-orange-gemustertes Hemd doch auch zu verkaufen. Er sagt, dass er es lieber behalten mag und weil ich übermütig bin, sag ich, so wie man es zu einem ungezogenen Kind sagt: „Ach ja, das dacht ich mir!“ Er will dann lieber gehen: in den Schatten. Ich weiss dann komischerweise in jenem Augenblick nicht was ein Schatten ist, denke kurz er meine meinen Vater – wieso ich das dachte – keine Ahnung, sicher spielte die Hitze eine Rolle – ich hoffe es zu Mindest. Ich treffe ihn alle 20 Jahre genau da, wo ich ihn heute traf: mitten auf der Strasse. Er geht ganz normal, wie ein unbedeutender Mensch – auf dem Bürgersteig. Ich gewöhnte mich dann in Sekunden an ihn und hatte keine Angst mehr vor meinem Mundwerk. Wenn man sich selbst mag, kann man alles reden, was aus einem heraussprudelt – man ist dann die, die man ist, und keine andere Person. Ein Ich, nicht schön, nicht hässlich, nicht dumm, aber auch nicht die Literatur-Nobelpreisträgerin, die man in der Bibliothek vorgibt zu sein, damit das Buch, das man heimlich schrieb, ins Regal für eben diese Sorte Preisträger, gestellt wird. Helge Schneider hat ein wunderschönes Lied über die Problematik des Ich-bin-ich-Themas gemacht. Ich denke, dass der Weg das Ziel ist – Nur welcher ist dann halt die Frage.