Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. In ihrem Werk geht es meist um ein aberwitziges Dasein, das sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor, dem meist eine Art romantische Ironie innewohnt und einem, mehr oder weniger scharfen, analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, in ihren Geschichten, die sie Gespinstteppiche nennt, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie dabei immer mehr, als die Tatsächlichkeiten.

„Ich will nur noch staunen – staunen über den Ernst des Lebens.
Bettie I. Alfred

„Aus solch winzigen Kleinigkeiten wie einem Husten, entwickelte sich monströs und gewaltig ein verlorener Nachmittag.“
Macs Blecher in Vernarbte Herzen

Meine Gedichte sind meist sekundenschnelle Sprach- und Gedankenspielereien und nicht zu verwechseln mit einer Realität.

Herzchen aus Schorf und wie gut dass man kein Normopath ist

August 16, 2026

Fenster sind großartig. Man kann stundenlanag hinausschauen, ohne in Gefahr zu geraten. Ich überlege wann es die ersten Fenster gegeben haben könnte – ob in Höhlen bereits welche existierten… indirekte Fenster sozusagen – ohne Glas natürlich. Gestern war es so heiss, dass sich der Körper plötzlich umstellte und alles für normal zu halten begann. Normal ist ein fürchterliches Wort. Niemand ist normal – alle wollen es sein. Nein nicht alle, die Klugen wissen, dass es keinen Sinn macht. Klug auch so ein Wort, alle möchten normal und klug sein. Niemand möchte verrückt und dumm sein. Der Mann ist extrem gewissenhaft, übt sein Instrument jeden Tag über Stunden und wenn er Fehler macht noch länger. Ich kann nichts ausdauernd üben, will immer einen neuen Weg gehen, sobald er absehbar erscheint, wird mir öde. Nach der Hitze nun das Wetter, das man zu lieben denkt, weil man die Hitze nicht zu ertragen meinte. Doch jetzt bläst es wieder kalt aus dem offenen Fenster ins Zimmer hinein. Ich bin nicht gut drin in „Zug abwehren“. Meine Kunst hängt und steht nun bald ein Jahr im Künstler-Keller des Malers, wo man ausgestellt hatte – „mich“ ausgestellt hatte – mein „Werk“. Das schönste von allen fiel leider um – selbst schuld – ich stellte es in seiner gläsernen Fragilität so, dass ein Umfall absehbar war – aufs dünnste Podest, auf unebenen Boden. Der Clown im Glas eingesperrt – nun ohne Glas – und sinnlos, da an der Luft keine Besonderheit mehr. „Scheiße“ wollte man rufen – man hatte aber nur gelacht – das kann ich gut, lachen, wenns weh tut. Der Vater verschickt den herzförmigen Schorf auf seinem Knie, das bei einem Unfall doll verletzt wurde, als Fotografie an seine Geliebten („das ist doch nicht normal!“ hätte die Oma gesagt) und manch eine findet es tatsächlich dann süss.