September. Goldruten. Überall. Erst Schmetterlingsbäume – nun Goldruten. Ein Grab voller Goldruten, das wärs. Gestern mitten im Gespräch dann wieder einmal Sprachaussetzer – dann ging gar nichts mehr, nicht einmal Machs gut. Nach zehn Minuten alles, Gott sei Dank, wieder intakt.
Seine ganzen Lebensumstände empfand er wie Einkleidungen die ein anderer ohne sein zutun für ihn vorgenommen hatte. Schöner Satz von Paul Nizon. Mir kommt der Gedanke, dass sich vieles, was einmal niedergetrampelt wurde – ganz schnell – wieder erheben kann. Leben bedeutet im Grunde Aufwandbetreiben. Ich empfinde Aufwand meist als künstliches Geackere auf kahlem Boden ohne Erde. Geackert werden sollte auf Ackerflächen. Jede Null beackert ihr Feld. So auch die Null in mir. Beim Arzt sitzt dann tatsächlich ein Mann der Däumchen dreht. Ich beneide ihn, denn er tut es mit einer Ruhe und Selbstverständlichkeit, dass es eine Wonne ist ihm dabei zuzusehen. Ich warte dann nicht, wie gedacht – nur kurz- sondern ewig. Starre immerzu an die Tür an der HEIZUNGSRAUM steht. An den Wänden Aufkleber: handys durchgestrichen. Bis auf ich, die es vergessen hatte, starren alle auf eins.
Als ich endlich dran bin, habe ich keine Lust mehr gesundheitstechnisch beraten zu werden. Ich bin ein Mensch wie alle – sterblich. Auf dem Heimweg finde ich einen großkarierten, rot leuchtenden Filzmantel mit viel zu kurzen Armen, aber einem enormen Umfang. Er verstopft nun den Schrank noch weitaus mehr, als die zig anderen Mäntel. Doch Mäntel bieten Schutzräume, deshalb trage ich sie immerzu heim.