Jemand sagt im Radio, mit dem Tod käme das Leben in den Raum. Ich ahne was gemeint ist. Und doch erscheint mir der Satz als Provokation. Im Gegensatz zu M. Blecher erfasste mich nach dieser Aussage der Drang nach Mehrsamkeit und nicht der – der ihn immerzu erfasst – nach Einsamkeit. Ich lese immer weiter in seiner “ beleuchteten Höhle“. Bald dann das letzte Bändchen. Seine Offenheit ist wirklich bezwingend und auch sein Humor in all den zerfetzen Ichs. Dass ich genau in diesem Moment, wo ich einen Humor, der so nah am Weinen ist, entdecke, meinen eigenen aber in die Tonne trete, weil ich nun der Meinung bin, dass es reicht, ist dann beruhigend. Man ist und bleibt ja sowieso ein ganz und gar lächerlicher Mensch. Nur nicht lächerlich im Umgang mit denen, die einem ans Herz gehen. Da ist man dann plötzlich ein wagemutiges ernstzunehmendes Etwas. In der Not lechzt ja alles nach Zusammenhängen. Und, wenn es diese nicht recht zu geben scheint, ist man am Boden und die Kreise müssen dann schleunigst zu Linien werden, LINIEN, die alles verbinden. Ob das dann reicht?
Man greife meist nach oben, wenn es soweit sei, sagt dann die kühle Fachperson.