Elefant

Bei einer Beerdigung umarme ich, nachdem ich meine Blume mit einem leisen „Machs gut, B.“ ins Erdloch geworfen hatte, das kleine freche Mädchen, dass mich, eine unausgegorene Teenagerin, einmal durchs halbe Haus verfolgte mit dem Ziel mich durchzukitzeln. Die grosse Schwester kam ihr zur Hilfe und ich hatte keine Chance und weinte vor Juckreiz. Ich beneidete die beiden Kleinen um ihre Kleinheit und ihr Strahlen, fühlte mich wie ein Elefant in einem Libellenschwarm. Nun umarmte ich also erst die Große dann die Kleine, und da kam mir diese eindeutige Erinnerung und nun war das Mädchen aber bereits so alt, wie wohl meine Eltern damals. Meine Erinnerungen sind wie Felsen in Brandungen: stabil. Um mich an die Scheibe im Zug zu lehnen suche ich etwas Weiches dann. Ich finde ein kleines Samtkissen, dass mir jemand nähte, damals ganz ohne Anleitung sicher, als Geschenk. Ich schicke das Bild und man staunt. Was du immer alles erinnerst, sagt dann jemand. „Alles!“ denke ich und versuche dann das Heute zu fixieren.