Hinüber

Hinter dem Gasometer geht mitten am Tag die Sonne auf. Versehentlich habe ich dann einmal Neuigkeiten in der Welt angesehen. Kurz hatte ich mich dann eschofiert. Dann wurde mir klar, dass ich etwas spiele. So wie im Schauspielunterricht bei der Stanislawski-Etüde namens „Ich bekomme eine schlechte Nachricht “ gespielt wurde, dass man eine schlechte Nachricht bekommt, spielte ich ich rege mich auf, um mich als relevante Meinungstrompete zu fühlen. Ich schweig dann und höre lieber dem Knistern des Ofens zu. In der Erzieherschule schrien einen die Lehrer*innen an: „Der Erzieherberuf ist ein politischer Beruf!“ Die, die dem zustimmten, sind heute in anderen Berufen tätig. Ein Musiker, den ich verehre, hatte auf seinen Gitarrengurt no war geschrieben. Ich war beeindruckt. Die Farbe, die er verwendet hatte, passte gut zur Gitarre. Eine Frau sagt dann, dass sie ein Altersheim errichten will, wo alle Freude am Leben haben sollen. Das sie das will versteh ich, aber Freude, denk ich dann, was ist das überhaupt? Bricht sie nicht bei jedem Menschen in anderen Umständen und Begebenheiten aus? Bei Blecher lacht sich einer tot. Ein Freund schickt ein Bild aus dem Urlaub. Ein verlassenes Hotel aus den 60er Jahren. Ich freue mich enorm darüber. Die Bibliothek ruft mich dann, ein Buch ist da. Eins über den Hinüberschen Garten.

© Bettie I. Alfred