Suche die Stelle bei Thomas Bernhard, wo er sich über die Beerdigung als schwierigstes
Schauspiel der Menschheit auslässt. In welchem Buch stand das nur ? Ich schreibe im Halbschlaf nun jede Nacht eine neue Grabrede. Immer wieder ist etwas anderes Thema und jedesmal eine ganz und gar andere Haltung da. Ich sollte wohl eine Mischung aus allem dann machen. Nun kommt die Eiseskälte wieder und der WDR sagt promt ab. Das Stück passt nicht voll und ganz zur Situation gerade. Schade, es wird nie mehr passen, hab ich nun das Gefühl. Kein Wunder, denn ich passe mir ja auch nicht mehr. Unbewegt stehe ich in der Gegend herum und harre der Dinge, die da kommen werden. Jemand sagt: der wahre Akrobat ist ein Akrobat der Unbewegtheit. Dass ich nicht lache. In der Philharmonie sitze ich zwischen Kindern und Omas in einem sogenannten Familienkonzert. Der Vater und ich sind nun nur noch ein Familienfragment. Er guckt einsam in die Klee`schen Projektionen. Man nimmt für die Teile der Geschichte, die man nicht mit Originalen bebildern kann (es geht um Paul Klee im Meer der Fische) einfach KI-Bilder – im Stile von Klee. Es sieht schlimm aus, man erkennt einfach sofort, dass es Fake ist. ich fühle mich dann plötzlich ebenso als ein Fake, eine Fake-Tochter. Rufus Beck liest stark und steckt in einem rotkarierten Hipsteranzug, ich muss immerzu an Gottschalk denken. Als Kind wär ich über all das ausflippt vor Freude. Nun flippe ich aus vorm Gegenteil.