Fell

Wärend sich die Tiere, in einem Schleier vollkommen verheddert, mit Einsatz von Krallen und Gebiss, liebkosen, sitze ich da und denke über alles nach. Vor mir liegt die Cd-Box von Homers Ilias und direkt daneben die Cassetten-Box vom Flüsternden Berg. Der kleine Kater, dem heute wegen Ungestümitäten die Milch übers Hirn floss, schmiegt seinen Kopf an den Schuber der Bernhard-Ausgabe. Es macht ein schönes schabendes Geräusch als seine verklebten Kopfhaare den Schuber bewegen. Der Mitbewohner hat Augenringe wie ein Waschbär. Er hat wohl Mangel. Er ernährt sich gern mit Fertigessen, das sieht man ihm an. Ich lege unauffällig geschälte Möhren in seine Nähe. Er greift sich eine und isst diese. Ich atme auf. Beim Sitzen in einer Runde ist dann klar, dass man sich niemals einigen könnte, wenn man in einem Parlament zusammen sässe. Es würde Krieg geben. Es war dann wohl die letzte Runde. Frauen machen keinen Krieg. Das ist natürlich Quatsch, sie machen Krieg wie alle Menschen Krieg machen. Die Bedienung beim Indischen Imbiss lächelt unglaublich herzlich in alle Gesichter hinein. Allein wegen ihr werde ich nun nur noch zu diesem Imbiss gehen. Sie wird mal eine Frau werden, die die Welten erobern wird. Auf welche Weise ist noch offen. Sie ist jung. Ich kaufe einen grünen Filzstift und male in den vorwiegend rot und beige gemustertern Teppich grüne Felder hinein. Morton Feldman hätte schön komponiert dazu. Ich bin skrupellos. Und hoffe weiterhin auf dickes Fell.