Im Treppenhaus, wo die zu überwinternden Pflanzen stehen, brechen einige Blüten unter den winterlichen Verkrustungen mit derartiger Kraft hervor, dass ich sie an die Luft zerre. Ich will immer alles an die Luft zerren. Alles ans Licht bringen. Im Keller finde ich einen Koffer voll Reibestäbchen, mit denen man Feuer machen kann: Streichhölzer. Was für ein schönes Wort. Wer hat es sich ausgedacht? Streich-Hölzer. Streich-Stäbchen könnte man auch sagen. Es gibt diese aber lediglich aus Holz, weswegen `Hölzer` schon gut passt. Es sind dann Streichhölzer aus der aller Welt und ich erinnere vieles dann, als sei es gestern gewesen. Eine Hausnachbarin schenkte mir damals eine röhrenförmige Schachtel in Form eines dieser aus England bekannten königlichen Leibgarden, die mit den riesenhaften Bärenfellkappen. Darauf war ich damals stolz gewesen. Stolzsein lehne ich nun ab, mag das Wort Stolz so gar nicht und ekele mich fast vor diesem Seinszustand, den er beinhaltet. Die Katzen rasen im Kreis und sind so lebendig, dass es einen aufrütteln muss. Die Verstorbene war immerzu mit denken befasst. Alles wurde zerdacht bis nichts mehr übrig war. Auch Menschen. Thomas B. schreibt in einer Erzählung, dass ein Lehrer, der seinen eigenen Sohn in der Schule unterrichtete, diesen zweimal habe „sitzen“ lassen. Jemand sagt, Chaplin habe alle besiegt, in dem er sie gütig gemacht habe. Die Dialektik schießt einem unwillkürlich in die Augen: Sieg und Güte. Wie geht das zusammen? Jaja, dochdoch, bei der Bestie Mensch geht alles zusammen.
Hörtipp: https://www.hoerspielundfeature.de/hoerspiel-das-tier-der-zeit-100.html