Ohne es zu merken, habe ich ein Hörspiel über Adultismus und Machtmissbrauch gemacht. Wo Menschen sind, und sich fortpflanzen, geht was schief. Im schlimmsten Falle kommt es zu Krieg. Krieg ist schließlich das Mittel, wenn die Schieflage zu kippen – alles ineinander zu krachen droht. Der Mitbewohner hört die Sendung vom Katzenjammer von E.M. Cioran. Dieser spricht, obwohl ein Rumäne, fliessend Deutsch. Es gibt ein Foto von ihm, in jungen Jahren, wo er aussieht wie Henry Spencer in Ersaserhead. Zufall? Frage ich mich.
Jemand brüllt mich aus dem Nichts an. Ich schliesse die Tür und gehe. Man gaukelt ständig Harmonie, wo keine sein kann, vor. Jemand sagt, dass es schön sei, dass ich nun meinen Vater für mich alleine hätte. Ich bin entsetzt. Ich will ihn nicht für mich alleine. Eine neue Frau wäre gut. Eine, die alles so macht, wie die davor. Bei einem Klaviervorspiel von Schüler*innen, schüttelte er den Kopf, sagt leise: „nicht gut“. Ich will gehen und ihn alleine mit sich sitzen lassen. Er ist ein Besserwisser. Wie alle in der Familie Besserwisser sind. Auch ich bin eine Besserwisserin. Jeder Mensch weiss ja im Grunde irgendetwas mal besser. Zum Glück gleicht es sich also aus, dass manche immerzu recht haben wollen. Weiss jemand nichts, ist er übrigens ein guter Partner für diese Art Mensch, denn er sagt meist wenig und stört den Ablauf des Größenwahns nicht.
Tiere sind bezüglich ihrer inneren Vorgänge schön zu beobachten: man sieht bei ihnen, im Gegensatz zum Menschen, alles, was „vor“ sich geht: Erst lieben sie sich, dann necken sie sich, dann kämpfen sie.
Beim Mensch geschieht alles in einer Art Seelen -Verkleidung.