Jemand verschenkt einen Kratzbaum. Ich sage, ich komme mit dem Rad, und die Person ist skeptisch. Ich ahnte nicht, dass es tatsächlich ein Baum ist. Ich binde den Trümmer so um meinen Rucksack drumherum, dass der Baum sozusagen den Rucksack als Mutter hat, an die er sich klammert, und mein Rücken ist dann stabil, weil der Kratzbaum, der ja nur ein dicker schwerer Stamm ist – also ein Stamm ohne Verästelungen, wirkt dann als sei er meine erweiterte Wirbelsäule während ich bei eisigem Wind, der mir ins Schnupfengesicht weht, nach Hause rase wegen Kuchenlust. Der Katerich springt, als er den Baum sieht, aus etwa 3 Metern Entfernung wie ein Gummihase auf ihn und hakt sich bis auf den Gipfel, wo der Produktdesigner hässliche Plüschmäuse und Federn an Schnüren installiert hat, damit die Tiere sich wie in einer Naturlandschaft fühlen. Die Buckelei hat sich also gelohnt. Weil der Vater, den alles beschäftigt, was in der Welt passiert, ausser der Wal und die absterbende Natur, mir Emails wie Doktorarbeitsentwürfe sendet mit Hinweisen, wie er die Menschheit zu retten gedenkt, und ich trotzdem ich es gut heisse, nichts dazu zu sagen habe, ausser: jaja, du hast ja recht, schlage ich ihm vor, einen Internet Blog für all das einzurichten. Da könne er alles drauf setzen und wer will könne es lesen. Er zögert, hat Angst vor der Technik, zu recht. Ich mach dann kurzen Prozess und nun gibt es Denk Mal Charly.
Ansonsten habe ich sehr viele bunte schöne Kleidung geerbt und sehne mich aber wie eh und je nur danach schwärzlich und schlicht herumzulaufen. Jemand las mir dann die Verwandlung aus einer anderen – ganz neuen – Perspektive vor.: mitDas In-einen Käfer-Verwandeltsein als glückliche Fügung. Erstaunlich, was es mit einem macht, wenn es kein Richtig und kein Falsch mehr gibt. Es macht einen glücklich selbst mitdenken zu dürfen.
Ich danke Charly und meiner mum, dass sie so sind, wie sie sind (Mal so, mals so und doch immer da) und das ist wohl dann auch das wahnsinnige am Leben, die Eltern sind immer da und du bist ihr Nachfolger, und hast im Grunde großes Glück gehabt. Sie haben dich beide frei „geh lassen“.