Überarbeite ein letztes Mal meine „betrunkenen Insekten“. Habe das Gefühl, dass es ein ausserordentliches Buch wird und doch wieder eins über das Nichts. Seit ich daran arbeitete, starben mehrere Menschen weg, die ich sehr gut, wenig und kaum kannte. Egal ob ich sie gut oder weniger gut kannte, allein, dass ich sie gekannt habe und sie in meinem Leben gewesen waren, machte sie zu bedeutenden Personen. Ausgerechnet der Jüngste von allen hat mit großer Wucht sein Leben beendet. Jetzt spreche ich mit Menschen – über das Geschehene – und verstehe nicht, wieso man so lange nichts miteinander zu tun gehabt hat. Ich danke den Toten dafür, dass sie mich mit Menschen zusammenbringen, die mir lieb sind. Ich habe sie Jahrzehnte bei all der tosenden Unruhe in meinem Wartezustand vergessen. Kann es denn sein, dass das Warten der menschlichste aller Zustände überhaupt ist? Und worauf wird immerzu gewartet? Ich jedenfalls warte auf den Moment, wo ich endlich aufhöre zu warten. Denn, es ist doch alles schon da. Das Dasein ist längst da. Mein leiser Herzschlag – ich sollte ihm öfter zuhören.