Jemand schreibt, der falsche Platz, sei die Lage des typischen Menschen in typischen Umständen. Es ist faszinierend, dass man irgendwo hineingeboren wird und sich dann entscheiden muss, ob man das Gegebene hinnimmt, oder sich aus dem Staub macht. Mein Staub ist ein Staub, den ich lieben gelernt habe mit der Zeit. Er bringt mich zwar zeitweise noch zum Husten, doch lieber sitze ich erschüttert im Nest, als still im staubarmen, wo ich zwar gut atmen, aber nicht mehr denken kann, weil mir etwas fehlt. Die Staubschicht. An einem Wolkentag kritisiere ich den Vater in Grund und Boden. Er sei immerzu lustig und scheue die Ernsthaftigkeit. Das stimmt nicht, sagt er. Es stimmt dann kleinst-teilweise und ich muss dann bekennen, dass ich mich für gewisse Dinge gern taub stelle. Das ist normal. Vater und Tochter, die sich sehr gern haben, müssen streiten, sonst wird es zu Kitsch. Er findet dann ein rosa Katzenhaus und trägt es kilometerweit zu sich nach hause. Für deine Katze! sagt er (und das, wo er eine Phobie gegen dieses Getier hat). Ich bin umgehend versöhnt mit allem, was je in Schieflage war. Kommt „versöhnen“ eigentlich von „Sohn“? Sicherlich. Also ist es das falsche Wort. Die Bücher der Verstorbenen verstummen langsam. Niemand kann sie ja eigentlich verstehen. Nur sehr wenige sind auch verständlich, denn es sind alles Bücher, die ein jahrzehntelanges Studieren erfordern und zudem ein Interesse am Detail voraussetzen, das wir alle nicht haben. Unter 8000 Büchern entdeckte ich als Jugendliche in den Sommerferien, allein in der Bibliothek der Verstorbenen zurückgelassen, genau eins, das mich interessiert hätte: Der Sinn des Lebens. Ich schaffte e snicht es herauszuziehen. In meinem Hirn war dann eine Leerstelle, es war die, die für Genauigkeiten zuständig ist. Ich bin sehr genau in Ungenauigkeiten. Dafür ungemein ungenau in Genauigkeiten.