Fenster sind großartig. Man kann stundenlanag hinausschauen, ohne in Gefahr zu geraten. Ich überlege wann es die ersten Fenster gegeben haben könnte – ob in Höhlen bereits welche existierten… indirekte Fenster sozusagen – ohne Glas natürlich. Gestern war es so heiss, dass sich der Körper plötzlich umstellte und alles für normal zu halten begann. Normal ist ein fürchterliches Wort. Niemand ist normal – alle wollen es sein. Nein nicht alle, die Klugen wissen, dass es keinen Sinn macht. Klug auch so ein Wort, alle möchten normal und klug sein. Niemand möchte verrückt und dumm sein. Der Mann ist extrem gewissenhaft, übt sein Instrument jeden Tag über Stunden und wenn er Fehler macht noch länger. Ich kann nichts ausdauernd üben, will immer einen neuen Weg gehen, sobald er absehbar erscheint, wird mir öde. Nach der Hitze nun das Wetter, das man zu lieben denkt, weil man die Hitze nicht zu ertragen meinte. Doch jetzt bläst es wieder kalt aus dem offenen Fenster ins Zimmer hinein. Ich bin nicht gut drin in „Zug abwehren“. Meine Kunst hängt und steht nun bald ein Jahr im Künstler-Keller des Malers, wo man ausgestellt hatte – „mich“ ausgestellt hatte – mein „Werk“. Das schönste von allen fiel leider um – selbst schuld – ich stellte es in seiner gläsernen Fragilität so, dass ein Umfall absehbar war – aufs dünnste Podest, auf unebenen Boden. Der Clown im Glas eingesperrt – nun ohne Glas – und sinnlos, da an der Luft keine Besonderheit mehr. „Scheiße“ wollte man rufen – man hatte aber nur gelacht – das kann ich gut, lachen, wenns weh tut. Der Vater verschickt den herzförmigen Schorf auf seinem Knie, das bei einem Unfall doll verletzt wurde, als Fotografie an seine Geliebten („das ist doch nicht normal!“ hätte die Oma gesagt) und manch eine findet es tatsächlich dann süss.