Die Ameise rennt über das Kabel und weiss nicht, dass ich ihr jederzeit den Gar ausmachen könnte. John Lennon singt sich im Hintergrund „einen Wolf“ und ich bin nicht sicher, ob heute noch „mein Tag“ wird. Es ist nicht nur eine Ameise, es sind viele. Eine trägt immerzu meine Keksrest auf meine Tastatur und von da in andere Gebiete, gerade in meinen Hemdsärmel. John Lennon klingt auf dieser Schallplatte, die ich im Schenkeladen mitnahm, immer gleich und ich bin nicht sicher, ob es nur ein Lied in mehrere Teile geteilt, ist. Er singt immerzu von Love und Peace und jammert, dass niemand einen braucht, wenn man nur herumsitzt. Ich schüttele die arme Ameise aus dem Ärmel.
Nun könnte etwas Neues geschehen.
Draussen schreit der Frühling in allen Tonlage sein hellgrünes Lied. Die Menschen sitzen im Cafe und genießen was, ausgerechnet in dem Cafe, dessen Wirt grad unverhofft gestorben ist. Der Tod hat keine bedeutung, so scheint mir, bei dem ebenfalls unverhofft einsetzenden Best-Weather-Frühling. Man lässt sich bräunen, und alle meinen, dass alles gut wird, so gut, wie jedes Jahr. Ob Ringo Star das Schlagzeug auf dieser öden Platte spielt, frage ich mich und bin zu faul zum Nachsehen. Und die Gitarre? Sie klingt fast jazzig. Komische 80er Jahre Welt. Alle waren so innovativ und gleichzeitig behäbig und oldschool. Ich bin auch innovativ und behäbig und gleichzeitig oldschool. Jedenfalls finde ich Ameisenköder sind das Allerletzte. Ich sollte ihnen anstatt sie umzubringen Namen geben. Doch wie die Tiere auseinanderhalten, wo sie doch alle diesselben zu sein scheinen.