Ernsthafte Freude

Die Katze ist ein Kater und genießt das Leben wie kein zweiter. Hier schmiegt er sich langsam von Thomas Bernhard voran an die Alfred`sche Sehnsucht. Gestern habe ich nun das neue Stück für die Überbrückung der Zeit bis zur Schnakenpremiere fertiggestellt. Dies ging nur, nachdem der Ehemann mit der genialen Idee gekommen war, die grausam knarzende Stelle an meinem Zimmertürgeschehen mit Wachs einzureiben und dieses wirklich störende Geräusch, das mir jedesmal durch Mark und Bein ging, verschwinden ließ. Mein Versuch mit einer Flasche WD-40 war immerzu gescheitert, nun also die Kerze.
Das Tier schob sich zuvor immerzu durch wenn ich schrieb, und das Knarzen, das die Tür erzeugte, eins, das mich dann ablenkte.
Das Loch, das ich schließlich genau deshalb in die Wand, erst bohrte dann haute, dann zwar ein reizvolles, das zum lautlosen Durchschlüpfen anregte, doch die Tür, sobald einen Spalt bildend, dann trotzallem das Ziel. Beim Auftritt kam die Redakteurin vorbei, die, die die REISEWUT entdeckt hatte und ich erinnerte die Zeit, als es „losging“. Schlimm war sie, denn ich: nicht vorbereitet auf das Kommunizieren. Nun plapperte ich los und war froh, dass ich weiss wo es hingehen soll: ins ernsthaft Freudige. Die Melancholie – sie bleibt. Denn sie ist genauso meins, wie das Fröhliche. Bernhards Verstörung ist eine wahre Meisterleistung und ich liebe es beim (Vor)lesen zu spüren, wie es Kraft kostete dieses Machwerk, das kein Ende findet und man sich verhaspelt beim Lesen, ob man will oder nicht, herzustellen. Die Atmosphäre ist derart berauschend in seiner Unklarheit, bezüglich, wo es hingehen soll, dass ich nach Zuklappen des Buches, glücklich einschlafe, obwohl Glück darin immerzu KEIN Thema ist. Vielleicht kann ich genau deswegen dann gut schlafen, denn Glück ist nicht das, was in Literatur bewegt. Zumindest nicht mich. Glück ist viel zu echt und nichts für das Künst(ler)i(s)che.