Und wieder hatte ich vergessen, dass ein Feiertag kommt. Jedes Jahr ist das so. Der Kasten fürs Brot dann leer. Das Feierliche war dann ebenso abwesend gewesen. Doch als die Sonne kurz vorm Untergehen ist, da leuchtet sie plötzlich golden die gegenüberliegende Hauswand an und es sieht nun – tatsächlich – feierlich aus. Das Kind von nebenan steht dann da, im Hausflur, ganz allein, und schaut in der Gegend umher, so als wisse es nicht was das Ganze soll, das Ganze, dass diese Menschen, diese elenden Ausgewachsenen – da immerzu veranstalten. Ich gehe nach unten vor die Tür und in den Bäumen gurrt das Ringeltaubenpärchen, die meisten „not amused“ darüber. Ich liebe ihr Gurren, verbinde eine Erinnerung von Sommerferienzeit damit. Ich setz mich dann unter sie, sitze also da und als es dunkel wird, hört es auf. Ich gehe hoch in die Wohnung, die schön ist, aber voll, voll mit Erinnerung. Nun knarzt der Fußboden und wie immer wenn ich dieses Knarzen höre, fühle ich mich gestört. Gestört beim Mich-auf-mich-Besinnen. Der Mitbewohner ist dann da und spricht und ich will nichts hören und sage „Halts Maul!“ Selbst halte ich jenes selten, quatsch mich gern und zurecht in den Rausch, wo man nicht mehr merkt, sondern nur noch fühlt, dass man was will. Man steht förmlich dann damit allein in der Menge. Wie früher, wo man immerzu demonstrierte – demonstrierte – wogegen war vollkommen egal – Hauptsache man demonstrierte. Manche wussten worum es ging, ich nicht, nie, niemals, war zu verdutzt um mich konzentrieren zu können. Wogegen bist du? Dann die Frage, die ich scheute, scheute, wie eine Motte das Licht. Keine Ahnung: Mach kaputt, was dich kaputt macht! Ich bat den Vater mir zu erklären wogegen man sein muss, er wusste es dann ganz genau. Aha, dann mein täuschend echtes, aber gelogenes,Verstehgeräusch. Ich war die dümmste Nuss auf Erden. Dumm aber hellwach, zumindest kapierte ich die meisten Innenleben. Worte mit großem Zusammenhang – zu schwer zu erfassen. Mit kleinem – eher noch. Deutsch 5. Dass ich nun Schreibe ist fatal, denn ich kenne mich damit nicht aus. Ich spiele, dass ich eine Schriftstellerin bin, spiele sogar, dass ich ein Mensch bin, einer mit Hirn. Spiele zudem den Engel, spiele den Teufel, spiele, dass ich Sehnsucht habe und habe dabei nur eins: Sehnsucht nach der Sehnsucht. Alles kann ich im Grund gut spielen. Nur den Tod und das Ende nicht, denn das Ende kann man nicht spielen, es kommt einfach. Und ist es da – ist das Spiel beendet. Ob man gewonnen hat – weiss dann nur der, der dich gut gekannt hat. Also Niemand.