ein schiefer Sommertag

Der Mitbewohner trommelt sich ins Endspiel, wo er meint, dass er den Marsch fehlerfrei hinbekommen wird. Selbst die Katzen haben sich an das Folterinstrument namens Metronom gewöhnt. Die Fenster sollen endlich nun gemacht werden- sonst fallen sie auseinander. In der Hasenschänke sprach man über Dinge der Vergangenheit- ich als Schauspielstudentin- mit Talent aber ganz und gar ohne einen Willen. Zu Ängstlich um ein Wollen zu fühlen. – Ein einziges Gewinsel verteilte ich und das Brüllen dann nur im Karton möglich. Dann hatte man privat viel mit der Faust auf den Tische gehauen und fühlte sich kraftvoll. Witzig wars dann aber doch auch und der Vater nun ebenfalls so herzhaft lachend, dass sein Gesicht zu einem fröhlichen Brandt-Zwieback-Jungensgesicht wurde und alle Damen, die umherstehend ihm einen Heiratsantrag entgegen werfende Blicke… machten. Heute dann die erste Hitze, nein Wärme. Die dicke Katze liebt das, legt sich aufs heisse Blechdach, wie es sich gehört. Der kleine Kater mit verschmierten Staupeaugen rührt mich dann wie ein menschliches Wesen. Er liegt in der Nacht quer auf mir und hat mich wohl gern. Das freut mich, denn ich stapfte neulich auf eins seiner geringelten Füßjen und bereute es so, dass ich heulen musste. Alles nur ein Versehen in der Hast des Fütterugsvorgangs. Frage mich, ob ich alles versäumt habe – ein Leben mit Menschen anstatt mit Tieren. Der neue Nachbar hat keine Sorge wegen der dumpfen Schläge, die es macht, wenn die dicke Katze sich fallen lässt wie ein Stein. Es erinnere ihn ans eigene Viehzeug in der Heimat. Ich habe keine Heimat- will ich sagen und lass es dann. Ich suche sie und finde nix. Nur die Worte sind ab und zu Heimat. Und die Stimmen. Die Arme, als ich in den Spiegel schaue -viel zu lang. Gott ist man empfindlich mit Maßstäben. Meine Unterarme sind ok, denk ich, die Hände schon wieder unfein. Zu kurz. Mein Gott, diese immens vielen Cleargirls nun vor dem Fenster…