Hören

Auf dem Weg zum Inge-Meysel-Retro-Fernseharchiv-Event, regne ich ein und fahre als Lösung zum Buchladen, der einst mein Buch ins Programm nahm um es zu verkaufen. Ich frage wie es aussieht und letztendlich bringt mir die Verkäuferin nicht das eine gedachte, sondern vier Exemplare aus der Kammer für nutzlos gewordenes – Unverkauftes. Aha, sag ich, das sind ja mehr als ich abgegeben habe! Und dann ist die Verwirrung gross. Nun gut, eins ist dann verkauft worden, aber vielleicht auch das nur ein Versehen, denn woher kommen nun diese vier…?. Ich solle alle wieder mit nehmen. Und somit radle ich schwer bepackt weiter durch den Pladderregen zum Kinoarchiv und die Vorstellung ist dann gut und Inge eine Wucht, aber wie so oft, das Gerät viel zu laut und meine Ohren beben. Ich halte eines dauerhaft zu und so geht es dann. Ich schaue später nach „Inge in jung“ und sie ist schwarzhaarig dann und eine wunderschöne Frau, eine, wie aus einem alten Film, mit kleinem Herzchenmund. Wie sie wohl sprach damals? Ich muss eine Aufnahme finden, wo ich sie hören kann. Apropos Hören, ich muss unbedingt mein Geräusche-Archiv sortieren. Das ist allerdings eine Aufgabe, die mir Angst macht, denn es sind nicht zehn oder dreizehn, sondern tausend Geräusche, Geräusche, die noch keinen Namen haben. Einem Geräusch einen Namen zu geben ist erstmal leicht, Surren, Knarzen, Quietschen, Kratzen, mauseähnliches Fiepsen… Doch was, wenn sich die Dinge ähneln, wie sie auseinanderhalten, diese 300 mausähnlichen Fiepser? Gut, ich werde es angehen, doch nun erstmal die Katze hinters Licht führen und die Maus an der Schnur, die doch aber ein Fisch ist, so hinterm Schleier langziehen, dass sie meint, da krabble was.