Bringen sie doch bitte mal ihr Sofa mit, zum Vergleichen

Heute mal woanders aufgewacht. Auf meinem Sofa nämlich. Es roch nach Schamotte durchs Katzenfluchtloch. Es war die Schmierpaste des Ofenreinigers. Er kam früh, war dann im Nebenzimmer am fuhrwerken und ich hatte geschlafen wie ein Säugling während er die Ritzen neu fugte. Man müsse so lange glühen lassen, der freundliche ofenfarbene Mann dann, bis alles fast weg sei, erst dann die Türe schließen. Aha. Jedes Mal werde ich neu aufgeklärt, auch nach 30 Jahren noch mache ich alles falsch. Heute dann trotzallem ein Tag wie es sich für eine Schriftstellerin gehört. Erst am Schreibtisch verendet, dann wieder mal ein Sofa geschenkt bekommen. Ich wollte es haben, auch, wenn ich es nicht recht zu tragen wusste ohne den Gedanken daran zu haben, dass es mich erschlagen wird. Wegen des Mannes, der dann wieder einmal Kraft hatte (auch mental, denn wenn die Frau Sofas sammelt, ist das eine Zumutung), schafften wirs dann nach oben, aber auch ich selbst hatte dann Kraft und wenn ich was will will ich eben was. So, nun stehts da, wie eine Wucht und das andere im Weg und die vielen Sessel sowieso nutzlos. Ich brauch ein Vielstockhaus um alles unterzukriegen. Nun wieder am Schreiben, schreiben und sammeln gehört für mich nun zusammen. Wie diese Sabine H. schreibt ist eine wahre Kunst, vor allem es so zu lesen, dass es stimmt. Bedenke es ist 40 Jahre alt“ ihre Warnung und ich darauf – „Und doch deswegen so schön.“ Das Sofa, so der Mann mit leichtem Ekel, sei ein 80er Sofa. Und wenn schon, aber nicht typisch und es hat Holzfüsse, und nicht Kaugummibeine, ich dann. Am Geburtstag (wir werden nun 109 zusammen) will ich dass alle ein Sofa mitbringen – zum Vergleichen.