Grün und überhaupt Farbliches

Das neue Sofa ist grün und bedrohlich. Es riecht stark – nun erst recht, nach der Behandlung mit einer Sprüh-Brühe, die ich selbst anrührte und die, wie ich es nun kapiere, ähnlich wie die momentane politische Situation, keinen Sinn macht, da sich alle Beteiligten, in meinem Falle Natron und Essig, in eine Mischung gebracht, wirkungstechnisch aufheben. Nun muss ich, bevor ich asthmatisch zugrunde gehe, unbedingt eine neue Situation herstellen. Das „Gepolster“ ist zu schwer, um es aus dem Fenster zu werfen und auch zu schön. Die TCM, die mir jemand für Menschen empfahl, hätte durchaus auf die prekäre Lage übertragbare Rezepte parat, doch ein Magen oder gar eine Milz ist wohl dann wohl doch nicht zu vergleichen mit einem „Gepolster“. Das Wetter heute traumhaft und die Vorstellung, dass eine Musik entstünde, die den neuen Hörspieltext in eine Atmosphäre bettet, der ihm gut tut, ist schön. Die Mutter schickt ein Bild, das sie malte. Ich erkenne eine kleine Frau darauf, die die Arme samt rotem Regenschirm zu einem blauen Wesen reckt, das aus einer Mauer entwächst und vermutlich eine Art Regengott verkörpert. Ich gehe zu Humana, weil da heute alles 5 Mark kostet. Nein 5 Euro. Die Aktion soll wohl den Laden leerer machen. Ich kaufe eine blaue Hose für einen Mann. Sie würde allen dreien passen. Nur dem einen wäre sie zu lang. Nun gut, es wird sich ein Arsch finden, der in ihr verweilen mag. Im Dezember darf ich dann was ausstellen. In einer Ausstellung. Vielleicht sogar etwas vorlesen. Das wird toll. Nun erstmal an die Luft und was einatmen – frische Luft vielleicht – zumindest frischere.