Die Wahrheiten des Daseins sind nur für diejenigen Wahrheiten, die meinen, dass es für sie welche sind.
Was mir da wieder mal durch den Kopf schwebt. Und immer wieder auch der Gedanke, dass die Toleranz das A und O ist. Bei einem Treffen mit einer alten Schulfreundin, die ich mit freundlichem sonnigem Gemüt erinnere, ist es dann genauso: sonnig und freundlich nämlich und wir reden und reden und am Ende ist es Abend und ich froh über den lebhaften Austausch über Glück und Unglück im Leben. Das Unglück ist Teil des Ganzen und es ist enorm, was es fabriziert. Aber auch das Glück fabriziert endlos was, sogar in Wiederholungsschleifen, Momente, die tragen – wohin ist egal. Der Vater dann kurz vor seiner Feier, bereits umringt von Damen aller Coleour, der Höhepunkt soll dann ein Pfeifkonzert sein. Er wird es pfeifen! Einen Walzer – der eine Mischung, so er, aus „Hoffmanns Erzählungen“ und … nun hab ich das andere vergessen, sein wird. Zum letzten Mal sah ich jemanden Walzer tanzen, als ich mit Anfang 20 auf einer Silvesterfete äußerst unangenehm davon berührt war – diese Art sich zu Musik zu verhalten – das gehörte doch den Alten, nicht uns Jungen. Inzwischen ist Tanzen im Allgemeinen etwas, das nur noch selten geschieht und wenn doch – habe ich schnell das Gefühl, dass ich dabei irre werde. So ähnlich wie, wenn ich einen Sport betreibe, der mir gut tun soll. Es gibt dann jedesmal einen sogenannten Adrenalinschub, der mich überkandidelt werden lässt. Ich setze mich dann hin und lese – gerade Das Bett von Mosebach und beruhige mich umgehend, aber auf anderem Wege bin ich dann wieder zu sehr da, denn manche Bereiche lassen sich nun einmal nicht beschwichtigen. Mosebach schreibt dann den schönen Satz „Gott ist immer oben“.
Als ich hochgucke sind da wahnsinnig dicke Schäfchenwolken.