Es geht mir alles zu weit. Erst ist eine krank, dann stirb eine, dann ist wieder eine krank und plötzlich wird einer geboren. Der, den ich sehnlichst erwarte, kommt nicht, weil Glatteis ist und man ihn nicht holen kann. Er heisst genauso, wie der Mann – der in der Löwengrube. Er ist aber ein Kleintiger für die Stube. Soll die Katze bespassen, damit diese nicht im Knistertunnel allein verendet. Der Januar neigt sich dem Ende. In ihm so viel Ende schon gewesen, wie noch nie. Heute kamen meine Bücher aus der Lagerung. Ein schönes Werk, mein Buch, das ich da produziert habe. Von aussen mein ich. Ganz schwarz und mit einem schwarzweissen Foto drauf. Ich wollte unbedingt ein Buch mit diesem Foto drauf haben. Nun habe ich es – für immer. Drinnen ist Chaos. Zum Teil schönes Chaos.
Gestern Abend den Film „Die schöne Querulantin“ angesehen. Ein alternder Maler mit seinem Aktmodell allein am existenzialistisch daherfaseln, während sie, die Nervensäge, sich unbekleidet verrenkt. Eine nackte Frau, man kennt das ja – ein Reizpunkt. Er natürlich angezogen. In seinem ewig blauen „Piccoli-Hemd“. Ich mochte Piccoli als Themroc sehr. Aber dieser Maler nun – ein Egofant im Nichts stehend. Jane Birkin piepst um seine Gunst. Für heutige Frauen ist das eine Farce. Und doch schau ich, als „Frau von heute“, das Machwerk zu Ende an – die südfranzösische Hitze aufsaugend. Die Füsse werden mir schließlich trotzallem kalt, von unten weht nämlich der Wind durch die ewigen Ritzen.