Im Kino fällt dem Betreiber des wohl kleinsten (wunderbar) schäbigsten Kino der Stadt, der Name des Films nicht recht ein, den er ansagen will. Es ist das Wort Erschöpfung das ihm fehlt. Obwohl ich andauernd denke, dass etwas nicht gut läuft, fühle ich mich selten erschöpft, schlafe gut und bin meist gesund und habe keine Angst vor dem Weltuntergang. Der Film ist dann meines Gefühls nach hervorragend, weil er nichts forciert und weil die Figuren atmen können, auch, wenn sie ‚am Ende‘ zu sein scheinen. Es wird nicht gebrüllt, es wird nicht laut gelacht, es ist wie es ist und der Schnee macht alles dabei sinnlich und hoffnungsvoll. Es wird erzählt, ohne etwas Heranzuziehen, was die Geschichte aufprotzen soll und als der Schauspieler ein Pferd streichelt, bin ich regelrecht glücklich. Jemand beschwert sich danach über die Dunkelheit im Film. Gern hätte ich der Person ein „Thema verfehlt“ angehängt. Doch bin ich wie immer, die die bei ihrer Frage, die gar keine Frage dann ist, nur etwas aus sich herausstammelt.
Der Film mit den Erschöpfungen war ein wirkliches Kinoerlebnis im kleinen aber feinen Lichtblick-Kino, das gestern Abend, in jeder Hinsicht, ein Lichtblick gewesen ist. Draußen dann klirrende Kälte und ich gefroren, hatte mich lebendig gefühlt wie selten.