„Sei du selbst, sonst verpasst du dein Leben“ (P. Highsmith)
Ich wache auf und bin schon wieder die, die ich nicht sein will. Die müde Frau, die nicht aufstehen mag. Draußen strahlt die Sonne auf das frische Grün der Bäume. Entsetzlich ist das, denn es zeigt wie simple ein Gemüt funktioniert. Ist keine Sonne da und die Grünheit ebenso abwesend, wird nix aus allem. So, mit Grün und Sonne, ist sofort große Hoffnung da. Ich überlege ob ich einen Text über die Lustigkeit der Verwandtschaft schreiben soll. Ich hatte einen unfassbar lustigen Opa und auch die Anverwandten waren und sind nicht ohne. Alle hat der Humor beschäftigt, auch mein Vater hat gute Laune, wenn er lachen darf. Ja, ich muss das Thema wohl einmal in einem Text bearbeiten, vielleicht sogar in einem Hörstück. Bei Max Brod lese ich dann: Selbst im leichten scherzenden Gespräch sprach Kafka nie ein bedeutungsloses Wort. Ich überlege ob das überhaupt geht. Ob ein Mensch, egal was er auch sagt, immer Bedeutung verteilt? Ich kenne jemanden, der ebenso ist und es ist mein Vater und ich will seit ich Kind bin auch so bedeutungsvoll reden können. Ich kann es aber nicht, nur ab und an bringe ich was auf den Punkt und vergesse es aber so schnell wieder, dass ich dumpf zurückbleibe. Ich habe wohl eine Art angeborene Gehirnträgheit. Selbst zum Verzweifeln reicht`s nicht. Bernhard spricht so schön von der Allgemeinverzweiflung. Die haben alle, denn niemand ist ja der, der er sein möchte (oder die). Außer Patricia Highsmith. Die hatte sich wohl selbst finden können.