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Capri ohne Sonne

August 23, 2026

Letzter Ferientag – immer schon als besonders erlebt in dieser überstrapazierten Großstadt, die nie meine war und nie meine sein wird, in der ich aber zuhause bin. Ich falte mich durch das Capri-Faltobjekt für Touristen. Eine Art Büchlein mit Fotografien des Naturbogens in eben – Capri. Capri kannte ich, bis ich dieses Faltdings vor Jahren fand, nur von der Caprisonne, die man als Kind selten bekam, weil der Vater lieber den günstigen Orangensaft vom HL-Markt in die stinkende Kindergartenflasche goss und der Ekel war dann da, aber nicht groß genug und man trank in vollen Zügen bis ein Klumpen kam. Nun also dieser enorm grellbunte Naturbogen von Capri – Stand 1976. Eine Zeit, die man nur aus dem Fernseher kennt. Die Wirklichkeit hat man längst vergessen, bis auf die Orangensaftsache. Gestern dann bei einem Freiluftfest des Deutschlandradios einem Konzert von Joy Denalane verweilt, eigentlich bin ich nicht Fan von dieser Art mitreißender Musik, doch der Mensch der da sang bezwang mich in Sekunden mit seiner großen Kraft. Sie sang tatsächlich so, als erzähle sie die Dinge zum ersten Mal und ich verstand nun was los ist bei denen, die sie lieben. Danach auf dem Heimweg zufällig dann noch eine Strassenmusik mit Blechbläsern und einem zackigen Minischlagzeug. Die Welt ist voller Musik und Geschehnissen, die einem den Atem rauben könnten – doch man hält ihn im Zaum. Die Gradwanderung das alles ernst zu nehmen und sich dazu – eine Mammutaufgabe. Die Baumkronen schwingen vor dem Fenster, bei denen gehts von ganz allein. Beim Überarbeiten der Romane ist die Frage dann immerzu dieselbe: Komma, Ja oder Nein? Das Dann weg – ja oder nein.

Eine Schriftstellerin ist auch eine Autorin. Man kann beides sagen:

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